- Diese Veranstaltung hat bereits stattgefunden.
Marchfeldtriathlon
Gerit berichtet vom Marchfeldtriathlon in Gerasdorf:
Bereits das 2. Mal wurde am 16.08. zum Marchfeldtriathlon in Gerasdorf geladen. Neben der Olympischen Distanz (1,5-40-10) wurde auch eine Sprintdistanz (0,5-20-5) ausgetragen.
Wie schon im Vorjahr entschied ich mich für die olympische, da mir diese ideal in meinem Trainingsplan für die Halbdistanz in Podersdorf passte.
Durch die Hitze der vergangenen Wochen war ich nicht so richtig zum Trainieren gekommen. Einzig das Schwimmen war mir bei dieser Hitze eine Wohltat gewesen.
Am Veranstaltungsgelände wimmelte es schon um 06:30 Früh von tüchtigen Helfern die alle im Auftrag von und mit dem P-3 Boss Robert Pscheidl daran arbeiteten, eine perfekte Sportveranstaltung hinzubekommen.
Mit der Startnummer erhielt man auch ein Funktions-T-Shirt welches dieses Jahr in Weiß gehalten war. Um 07:30 Check-in in die Wechselzone; Mir wurde ein nettes Plätzchen für mein Rad und die Wettkampf-Utensilien zugewiesen; nachdem alles schön sauber und durchdacht platziert wurde, konnte ich bereits die ersten bekannten Gesichter ausmachen. Gerlinde, Walter und Udo vom LC Haferl, Michael, Georg und Andreas von den Poolpiranhas, einige Arbeitskollegen die ebenfalls der Droge Triathlon erlegen sind, sowie weitere bekannte Gesichter die man immer wieder bei den Tri-Veranstaltungen trifft. Um 08:30 hieß es „alles raus aus der Wechselzone“ und ab zum Gerasdorfer Badesee. Mit 28° war dieser schon in aller Frühe zum Einschwimmen angenehm warm. Kurze Wettkampfbesprechung, wo einige kleine Änderungen gegenüber dem Vorjahr angekündigt wurden.
Endlich um 09:00 das erlösende Startsignal zum zweiten olympischen Triathlon im Marchfeld. Gestartet wurde in zwei Wellen; zuerst die Männer und ca. 2 Minuten später die Frauen. Als mäßiger Schwimmer startete ich eher im hinteren Drittel um der heftigen Rangelei in den vorderen Reihen zu ent(schwimmen)kommen. Drei Runden zu 500m waren im Schotterteich zu schwimmen, wie schon so oft war es an den ersten beiden Bojen noch sehr hektisch und ein Umschwimmen dieser gelben Wendepunkte war mir aufgrund des großen Gedränges anfangs nur im Bruststil möglich. Klar verliert man hier viel Zeit, aber besser langsam als eine Ferse ins Gesicht zu bekommen. Schnell fand ich mich dann in einer Gruppe von gleich starken Schwimmern wieder. Ich schwamm die gesamte Strecke auf Ideallinie; 10 Armzüge mit seitlichem Luftholen dann einer mit Blick nach Vorne; je länger wir schwammen umso weniger Konkurrenten hatte ich um mich und umso entspannter konnte ich meinen Kraulstil pflegen. Nach 33 Minuten lief ich über die Pentek-Matte vom Schwimmausstieg hinauf zur Wechselzone. Schuhe, Helm und Nummernband angelegt ging es flotten Schrittes aus der Wechselzone heraus. Das Wetter war perfekt; bewölkt und beinahe windstill fuhren wir Richtung Seyring danach weiter über die Autobahnbrücke zur Obersdorfer-Wagramerstrasse, diese entlang Richtung Reuhof, scharf links wieder Richtung Seyring , der Bahn entlang und retour auf die Strasse bei Kapellerfeld, zurück zum Kreisverkehr und einmal um den Badeteich von Gerasdorf. Ein zweites Mal mussten wir die Strecke strampeln um auf die 40km zu kommen. Nach ca. 1:10 kam ich wieder in der Wechselzone an. Laufschuhe angezogen ging es nun schon bei Sonnenschein und merklich wärmeren Temperaturen auf die Laufstrecke. Hier hatten wir vier Runden um den Baggersee zu je 2,5 km größtenteils auf Schotter mit kleinen Steigungen und Gefällen zu laufen. Nach 2:43 war ich im Ziel angekommen. Medaille, Alkfrei-Bier, Vollkornbrot, Melonen und Orangen waren die wohlverdiente Belohnung für die Athleten. Vom reichlich gedeckten Ströck-Mehlspeistisch nahmen die meisten Abstand, denn Hunderte von Wespen labten sich zur selben Zeit an diesen Leckereien.
Gleich vom Ziel in den Check-Out; danach meine Sachen im Auto verstaut, erfrischte ich mich erst einmal im angenehmen Baggerteich um danach meinen Essensgutschein einzulösen und mein Gratis-Finisher Foto abzuholen, Gleichzeitig checkten die ersten Sprintdistanzler in der Wechselzone ein. Inzwischen war es wie schon in den Tagen und Wochen zuvor bei strahlenden Sonnenschein so richtig heiß geworden. Der Badesee hatte nun schon eine gemessene Wassertemperatur von 29 Grad erreicht. Gestärkt von meiner Nudelportion verfolgte ich von einem schattigem Plätzchen das rege Treiben am See, wo sich bereits die ersten Sprinter einschwammen. Um 14:00 erfolgte hier der Start wieder in zwei Wellen, zuerst die Männer, danach die Frauen. Während es bei den Männern an der Spitze kleine Rangeleien gab, schwamm die erste Dame den übrigen Teilnehmerinnen auf und davon. Diese Athletin hatte die letzten Männer bereits nach ca. 200 Meter eingeholt. Eine beeindruckende Performance dieser Lady, die mit heftigen Beifall der Zuschauer hinauf zur Wechselzone begleitet wurde. Da sich alles nah um die Schottergrube abspielte, bekam der Zuschauer einen guten Überblick über die führenden Athlet-Innen. Ich meinte, dass sich auch die Letzten einen Applaus verdienten und positionierte mich neben dem Aufstiegspfad zum Ziel um ihnen meinen Respekt zu zollen. Ein betagter Herr konnte sich kaum noch auf den Beinen halten und wie es kommen musste, stürzte er auf dem schmalen Zielpfad und begann den Hang hinunter zu kullern. Ich konnte ihm zwar stoppen, war aber nicht schnell genug gewesen, um ihm vor einer offene Wunde im Gesicht zu bewahren. Der alte Herr ließ sich nicht zur Aufgabe bewegen. Mit dem inzwischen eingetroffenen P-3 Helfer und dem Sanitäter mussten wir ihm zurück auf die Strecke helfen wo er dann gestützt ins Ziel zu gelangte. Erst dort ließ sich der Mann verarzten. Ich wünsche ihm alles Gute und hoffe dass der Schmerz bald vergehen möge – der Stolz wird bleiben.
Die abschließende Siegerehrung ging rasch über die Bühne. Robert entschuldigte sich zuvor noch für die zu wenigen Medaillen und T-Shirts; er hatte nicht mit solch einem Ansturm gerechnet; dafür hatte er heuer nicht auf die Mobil-Toiletten vergessen.
2016 möchte ich wieder dabei sein und würde mich freuen dich dort zu treffen.
Liebe Grüße, euer Gerit
